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Praxisklinik für Gastroenterologie, Frankfurt am Main

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Gesundes Leben


Nahrungsmittel und Gesundheit

In den letzten Jahren spielen Lebensmittel eine immer größere Rolle bei vielen Menschen, wir haben eine zunehmende Zahl an Veganern, Vegetariern oder Frutariern, viele haben sich die Ernährungsweise teils aus ethischen Gründen teils aus gesundheitlichen Aspekten zugelegt, es ist fast eine Ersatzreligion geworden.

Viele führen auch Diäten durch, die bekannteste die Atkins Diät, aber auch ähnliche Diäten die letzlich eine sog. low Carb Diät darstellen, weiterhin gibt es die Ketodiät, die Intervalldiät, Paliodiät etc etc. Hinzu kommen ausgefallene Diäten wie die 1500kal Diät, die auf Experimente mit Schimpansen zurückzuführen, wo die Gruppe eine recht niedrige Kalorienzufuhr hatte ein gesundes Fell, waren aktiv, hatten keinerlei Erkrankungen und wiesen eine längere Überlebenszeit auf, wobei die andere Gruppe, die sich soviel Kalorien wie sie mochte zufuhr, recht rasch Übergewicht entwickelte, Zuckerkrank wurde, Das Fell stumpf wurde, die Aktivität abnahm, Gelenkbeschwerden auftraten und Herzkrankheiten zunahmen.

Im Allgemeinen gibt es eine große Verwirrung, wenn man sich mit Studien zur Ernährung beschäftigt, je nach dem gibt es ein Für und ein Wider, mit den gleichen Produkten die untersucht werden ob Studien zum Weinkonsum, verzehr von Fischöl, Schokolade, Hühnerei, es gibt zu den gleichen Lebensmittelns oft gegenteilige Aussagen.

Die Schwachstelle der meisten Studien ist , das sie nicht unter randomisierten kontrollierten Bedingungen über eine ausreichend langen Zeitraum stattfinden, zum Anderen der Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung nicht korrekt dargestellt wird. Hier kann als Beispiel eine Studie aufgeführt werden, die das weglassen des Frühstücks mit einem erhöhten Risiko für das Herzinfarkt belegt. Hier wird nicht nach der Ursache geschaut ob zum Beispiel das Frühstück weggelassen wird, weil diese Personen einfach keine Zeit haben das Frühstück einzunehmen und entsprechend einem höheren Streßlevel ausgesetzt sind, von dem wir wissen das es das Infarktrisiko erhöht. Auch ist es wichtig zu wissen, wer solche Studien in Auftrag gibt, es gibt zB Studien der 50iger Jahre zum Rauchen, wo das Rauchen als gesundheitsfördernd belegt wurde, was natürlich Unsinn ist. Wichtig ist bei der Einschätzung all dieser Studien, dass wir unseren gesunden Menschenverstand einsetzen und auch kritisch manches hinterfragen.

Eines der wichtigen Pfeiler in der Medizin zur Beurteilung eines Medikaments, einer Vorsorgeuntersuchung oder auch einer Therapie ist die sog. Lebenszeitverlängerung, die diese Maßnahme bewirkt, deshalb halte ich es für wichtig solche Untersuchungen und epidemiologische Studien zu betrachten.

Es gibt die sogenannte China-Study, bei der Nahrungsgewohnheiten an über 250000 Menschen in unterschiedlichen chinesischen Provinzen in Korrelation zu deren Erkrankungen und der Lebenserwartung gesetzt wurden. Diese Studie zeigt, das es den Menschen besser geht, die wenig oder gar keine tierischen Produkte zu sich nehmen, ob die Gesundheit dieser Menschen wirklich auf die fast vegane Kost oder aber auf die Normgewichtigkeit bis hin zur Untergewichtigkeit zurückzuführen ist bleibt offen. Es gibt jedoch auch andere Hinweise das gemüse- und obstreiche und fleischarme Kost gesund ist.

Sardinien gilt als Hochburg der 100jährigen in Europa, wobei es interessant ist dass Männer gleich alt werden wie Frauen und nicht wie im sonstigen Westen die Männer deutlicher früher sterben.
Als einen wichtigen Grund für das Hohe Alter dieser Menschen wird der Verzehr von Schafskäse (Pecorino Sardo) aufgeführt, aber auch die körperliche Aktivität bis ins hohe Alter und die gemüsereiche Kost spielen sicherlich eine Rolle.

Generell wird die mediterane Küche als gesund angesehen, zurückgeführt wird dies auf eine Studie, die in den 60iger Jahren durchgeführt wurde, wo die Bevölkerung von 7 Ländern hinsichtlich von Herz- und Krebserkrankungen über einen Zeitraum von 15 Jahren beobachtet wurde. Hierbei schnitt Kreta am Besten ab, deutlich besser wie Nordeuropa und USA. Bei der mediteranen Kost dient natives Olivenöl als Hauptfettquelle, hinzu kommt eine reichliches Angebot an Gemüse, Obst, Fisch, eher Schafs- und Ziegenmilchprodukte wenig Fleisch. Spätere qualitativ hochwertigere Studien unterstützten die Ergebnisse dieser Studie, das mediterane Kost gesund ist.

Auch die Hunza sind ein sehr langlebiges Volk, die weder Krebs noch andere Erkrankungen kennen. Die Hunzas leben in 2500m Höhe im Karakorumgebirge, sie werden bis zu 120 Jahre Alt, wobei sie bis ins hohe Alter auf dem Feld arbeiten, auch die Frauen seien noch mit über 60 gebährfähig.

Die Hunzas sind schlank, essen nur zweimal am Tag, hierbei viel Gemüse, Obst, Nüsse, Joghurt, Kefir und Käse aus Ziegenmilchprodukten, wenig Fleisch, trinken kein Alkohol, dafür reichlich Gletscherwasser. Interessant ist, dass sie reichlich Aprikosensamen essen, welches viel Vit. B17 und B 20 enthält, die Einnahme dieser Vitamine ist 200mal höher wie die des Durchschnittseuropäers. Weiterhin fasten die Hunzas 1x Pro Woche. Sie sind körperlich aufgrund der Feldarbeit sehr aktiv, machen Yoga und meditieren.

Auch andere Völker, wie die Abchasen aus dem Kaukasus, die Talyn aus dem Süden Aserbeidschan haben eine überdurchschnittliche Lebenserwartung, auch hier fällt auf das Joghurt und Kefir aus Schafs bzw. Ziegenmilch in größeren Mangen eingenommen wird, die Bevölkerung ist schlank, es wird wenig gegessen und die Menschen sind bis ins hohe Alter körperlich Aktiv

Tipps zur gesunden Ernährung

Die Gemeinsamkeiten der langlebigen Völker sind

  • Reichlicher Konsum an frischem Gemüse, Obst
  • Joghurt und Kefir aus Schafs- bzw. Ziegenmilch
  • viel körperliche Aktivität an frischer Luft
  • soziale Lebensweise
  • Meditation – Yoga
  • wenig essen
  • wenig Fleisch
  • keine Fertigprodukte

Nahrungsmittel und Krankheit

Nahrungs- und Genussmittel können Erkrankungen auslösen, allgemein bekannt sind das Rauchen, was als Ursache für Lungenkrebs an erster Stelle steht, aber auch Herz- und Gefäßkrankheiten bewirkt , auch Alkohol ist bekannt für seine schädigende Wirkung auf die Leber, bis hin zur Leberzirrhose aber auch Demenz bewirken kann.

Neben diesen bekanntlich schädlich wirkenden Genussmitteln gibt es Nahrungsmittel, die Allergien bzw. Unverträglichkeiten hervorrufen können.

Die häufigsten Nahrungsmittelallergene sind Kuhmilch, Haselnuss, Sojabohne, Hühnerei, Erdnuss, Fisch und Meeresfrüchte und Weizen. Diese Nahrungsmittel können bei manchen Menschen schwerste chronische Krankheiten verursachen, z.B. die eosinophile Ösophagitis, bei der es aufgrund von Entzündungen und dadurch bedingten Einengungen an der Speiseröhre zu schlimmen Schluckstörungen kommen kann (s Kap.), oder die Zöliakie, wo aufgrund einer Glutenallergie, was in Getreideprodukten vorkommt, der Dünndarm sich entzündet und eine Kaskade von Begleiterkrankungen mit Befall der Haut, Leber und auch psychische Erkrankungen mit sich bringt. Nahrungsmittelallergien bzw Unverträglichkeiten können von einfachen Unwohlsein bis hin zum lebensgefährlichen anaphylaktischen Schock die unterschiedlichsten Symptome auslösen, einschließlich psychischer Veränderungen.

Weiterhin gibt es Nahrungsmittel, die uns schneller dick machen und welche, bei gleicher Kalorienzufuhr wohlgemerkt, uns weniger dick machen, welche die unsere Haut straffen, welche die sie schneller altern lassen, welche die unser Immunsystem stärken, welche die Krebs fördern.

Um all die Zusammenhänge besser zu verstehen möchte ich auf die Funktionsmechanismen im Verdauungssystem eingehen.

Wenn Sie ein Schockoriegel mit 300 Kal zu sich nehmen hat es nicht den gleichen Einflus wie eine Avocado oder Oliven mit 300 Kal, beim Schockoriegel wird direkt das Hormon Insulin für den Zuckerstoffwechsel freigesetzt, wenn der Zucker nicht direkt z.B. durch Muskelarbeit verbraucht wird, so wird er als Energie in Fettdepots eingebaut und gespeichert. Bei der Avocado oder den Oliven sind die Kalorien hauptsächlich auf ungesättigte Fettsäuren zurückzuführen, die sogar die Insulinausschüttung hemmen können und nicht direkt als Energiespeicher in die Fettdepots eingebaut werden. Deshalb sollte man zuckerreiche industriell verarbeitete Lebensmittel meiden einschließlich Obstsäfte und sollte mehr natürliche unverarbeitete Lebensmittel wie Gemüse, Nüsse, Hülsenfrüchte, Obst oder Eier zu sich nehmen.

Nahrungsmittel die Krebs fördern sind hinlänglich bekannt, Genussgifte wie Nikotin Alkohol, auch industriell verarbeitete Fleischwaren wie Wurst, Schinken und Salami, hier sind es die Nitrosamine, die vor allem Magen und Darmkrebs verursachen können. Aber auch die häusliche Zubereitung von Nahrung kann Krebs fördern, z.B. die Benzpyrene, die beim Grillen entstehen oder das Acrylamid beim zubereiten der Pommes Frittes. Ein weiterer wichtiger Faktor, gerade in Entwicklungsländern ist der Schimmelpilz, die sog. Mykotoxine, dir insbesondere Leberkrebs verursachen können.
Fazit, auch hier gilt industriell verarbeitete Lebensmittel, insbesondere Fleischwaren meiden, auf frische Produkte achten, wenig grillen oder frittieren.